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ELG

In einem sehr schwierigen Marktumfeld hat sich ELG vergleichsweise gut behauptet. Dennoch sind Umsatz und Operatives Ergebnis gegenüber dem Vorjahr stark eingebrochen. Zurückzuführen ist dies vor allem auf historisch niedrige Rohstoffpreise sowie eine geringere Ausgangstonnage beim Edelstahlschrott. Das Geschäft mit Superlegierungen verlief uneinheitlich: Während das Aufbereitungsgeschäft stabilisierend wirkte, geriet das Handelsgeschäft unter Druck.

 

Schwieriges Marktumfeld bei Edelstahl
Die weltweite Edelstahlproduktion bewegte sich im Geschäftsjahr 2015 erstmals seit 2009 unter dem Niveau des Vorjahres. Eine wesentliche Ursache für die rückläufigen Mengen war die gesamtwirtschaftlich schwächere Nachfrage in China. In den beiden wichtigsten Absatzmärkten der ELG – Europa und die USA – war die Menge ebenfalls rückläufig. Die Produktion in den USA litt neben der schwächeren inländischen Nachfrage nach Edelstahlprodukten unter den vermehrten Importen aus China, wo die Hälfte des weltweiten Edelstahls produziert wird. In Europa verzeichneten die Edelstahlwerke eine schwache Nachfrage ihrer Kunden. Zudem kam es bedingt durch das weltweite Überangebot an Primärnickel sowie die gedämpften konjunkturellen Erwartungen zu einem massiven Preisverfall für Nickel, den überwiegenden Wertträger im Edelstahl.

Auch der weltweite Handel mit Edelstahlschrotten wurde von dem kontinuierlich sinkenden Preis für Nickel geprägt. Dadurch war zum einen spürbar weniger Schrott am Beschaffungsmarkt verfügbar als noch im Vorjahr, da viele Lieferanten angesichts des niedrigen Preisniveaus und in Erwartung steigender Preise Schrotte zurückhielten. Zum anderen hat preisbedingt die Wettbewerbsfähigkeit von Primärnickel gegenüber den Edelstahlschrotten zugenommen. Insgesamt schlug sich diese Entwicklung negativ auf die Ausgangstonnage beim Edelstahlschrott von ELG nieder, die um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückging.

Historisch niedrige Rohstoffpreise
Der Preis für Nickel ist seit Jahresbeginn kontinuierlich gesunken und schloss das Geschäftsjahr mit 8.700 US-Dollar pro Tonne ab – der niedrigste Stand seit 2003. Im Durchschnitt lag er mit 11.800 US-Dollar pro Tonne um 30 Prozent unter dem Preisniveau des Vorjahres. Darüber hinaus bewegten sich die Preise für Eisen und Chrom im Jahr 2015 deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Der Preis für Eisen brach im Verlauf des Geschäftsjahres um 40 Prozent ein, der Preis für Chrom um 15 Prozent. Damit war im Edelstahlschrottgeschäft neben dem Mengenrückgang auch noch ein deutlicher Verfall der Rohstoffpreise bei den bedeutendsten Edelstahl-Bestandteilen zu verkraften.

Superlegierungen durch Aufbereitungsgeschäft stabilisiert
Die Superlegierungstonnage im Geschäftsfeld ELG Utica Alloys stieg im Geschäftsjahr 2015 um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Dabei profitierte ELG Utica Alloys von der Geschäftsentwicklung im Aufbereitungsgeschäft, in dem vor allem neue Verträge mit der Luftfahrtindustrie abgeschlossen werden konnten. Das Handelsgeschäft lag dagegen aufgrund der zurückgehenden Nachfrage in den Industrien der Energieerzeugung und Petrochemie deutlich unter dem Vorjahr.

Die Mengenverschiebung zum Aufbereitungsgeschäft wirkte stabilisierend auf das Geschäft, da ELG Utica Alloys diese Erlöse weitgehend unabhängig von Rohstoffpreisen erzielt. Dagegen entwickelten sich die Preise der für das Handelsgeschäft bedeutsamen Rohstoffe unterschiedlich: Während der Nickelpreis und weitere Rohstoffpreise sanken, stieg der relevante Titanpreis gegenüber dem Vorjahr deutlich an.

Ausgangstonnage, Umsatz und Operatives Ergebnis stark eingebrochen
Bezogen auf das Gesamtgeschäft ist die Ausgangstonnage von ELG gegenüber dem Vorjahr deutlich eingebrochen. In Verbindung mit dem erheblich geringeren Preis für Nickel und weitere relevante Rohstoffe führte dies zu einem Umsatzrückgang um 17 Prozent auf 1.827 Millionen Euro. Auch das Operative Ergebnis von ELG ist gesunken und im Geschäftsjahr 2015 mit -6 Millionen Euro negativ – im Vorjahr betrug es noch 59 Millionen Euro. Hier wirkten sich der geringere Umsatz und die niedrigere Marge beim Edelstahlschrottgeschäft negativ aus. Der Margenrückgang ist auf den intensiven Wettbewerb auf der Absatzseite, das hohe Einkaufspreisniveau auf der Beschaffungsseite und den Wertverlust der Vorräte durch kontinuierlich sinkende Rohstoffpreise zurückzuführen. Besonders gravierend war der Wertverlust der Legierungsbestandteile Eisen, Chrom und Molybdän, da für diese keine Sicherungsgeschäfte abgeschlossen werden können. Zudem wurde das Operative Ergebnis durch eine bei einem früheren Unternehmenserwerb gebildete Rückstellung belastet, die aufgrund verschärfter Umweltschutzvorschriften erhöht wurde. Trotz des sehr schwierigen Marktumfelds hat sich ELG vergleichsweise gut behauptet.

Striktes Kostenmanagement und Kapazitätsanpassungen
Im Marktsegment Edelstahlschrott begegnete ELG dem schwierigen Umfeld mit einem strikten Kostenmanagement. Infolge der Schließung von deutschen Edelstahlwerken sowie der Inbetriebnahme eines Edelstahlwerks in den USA passt ELG außerdem sein Standortnetzwerk an die veränderten Materialströme an.

Die gestiegene Nachfrage nach Superlegierungsschrotten führte zu einer hohen Auslastung im Superlegierungsgeschäft der ELG Utica Alloys. Der Bereich erweiterte deshalb seine Aufbereitungskapazitäten und nahm neue Standorte in Betrieb.

Geschäftsfeld Carbon Fibre weiter ausgebaut
Das im Jahr 2011 erworbene Geschäftsfeld Carbon Fibre entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr positiv. Der Fokus der Aktivitäten lag auf einem Ausbau der Bereiche Produktentwicklung und Vertrieb.